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Wirtschaft und Tourismus
Selbstversorgung oder Auswanderung: das waren die zwei Möglichkeiten bis in unser Jahrhundert
hinein. Wen ein Gütlein nicht ernähren konnte, musste wohl oder übel auswandern. 2 - 3
Grossvieheinheiten, einige Ziegen oder Schafe genügten bis anhin für das karge Leben. An den
sonnigen Hängen gedieh ein eigener Wein, etwa der dunkle Landrote, Heida, Rèze, Muskateller, Gwäss.
Bis in die Mitte unseres Jahrhunderts bildete die Landwirtschaft den Haupterwerbszweig. Diese
fristet heute ein eher klägliches Dasein. 1939 zählte man noch 92 Viehbesitzer und 298 versicherte
Tiere. 1992 waren es noch 19 Besitzer mit insgesamt 82 Grossvieheinheiten. Viele ehemalige
Viehbesitzer sind inzwischen auf die weniger arbeitsintensivere Schafhaltung umgestiegen.
Besondere Bedeutung für das Dorf kommt der Erzeugung von weisser Kohle zu. Drei Zentralen befinden
sich auf dem Gemeindegebiet: Ackersand I (1909), Ackersand II und die Kavernenzentrale Mattmark
(die beiden letzten in den 60iger Jahren erbaut). Die Wasserzinsen aus diesen Anlagen und
diejenigen als Vertragsgemeinde der Dixence-Kraftwerke bilden eine der Haupteinnahmen der Gemeinde.
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Wo sich einstmals Wiesen und Äcker ausbreiteten, stehen heute die Kraftwerke der Lonza,
Aletsch und Mattmark. Das Zentralengebäude von 1909 zeigt bereits die Entwicklung des Weilers
"Ackersand" an. |
Der moderne Tourismus kann bei uns auf eine junge Erscheinung zurückblicken. Dennoch reichen die
ersten Ansätze ins letzte Jahrhundert zurück. Die ersten Personen, die diesen Erwerbszweig
förderten, waren Dorfgeistliche. Um 1840 ist erstmals die Rede von einer bescheidenen Dorfschenke,
wo sich Fremde verköstigen konnten, 1865 führte ein Josef Marie Berchtold einen Gasthof 2. Klasse.
Gleichzeitig gab es aber auch schon 3 Weinschenken. Um die Jahrhundertwende wurden bereits 2 Hotels
geführt. Viele Dorfbewohner fanden Verdienst als Träger, Fremdenführer oder Angestellte in den
Hotels der beiden angrenzenden Täler. In Stalden gibt es heute 7 Restaurants, 1 Bahnhofbuffet,
3 Hotels und 1 Pension.
| Das Hotel "Stalden", erbaut in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, dominierte lange Zeit die
Silhouette des alten Dorfes und war ein imposanter Betrieb in den Anfangszeiten des Tourismus.
Im Hintergrund der Weiler Hofen mit dem Embda-Turm. |
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